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Die Familienchronik

Villa Hugo Tillmanns

 

Der Name Tillmanns ist seit dem Mittelalter eng mit dem Schmiedehandwerk im Bergischen Land verbunden. Anfang des 18. Jahrhunderts findet sich in Cronenberg bei Wuppertal der erste urkundlich verbriefte Vorfahr des Neucronenberger Zweigs:

Der Nagelschmied Engel Tillmanns (geb. um 1665).

 

Die Geschichte der Firma I.I. Tillmanns beginnt im Jahre 1826 in Cronenberg, wo der junge Nagelschmiedemeister Johann Isaak Tillmanns (geb. 1800) sein eigenes Unternehmen gründet. Auch er erstellt, wie schon sein Urgroßvater Engel, die Nägel und Schrauben zunächst noch in Handarbeit. Die Erfindung des Nagelschmiedeofens und der Hobelmaschine zum Aufdrehen der Gewinde zu Beginn des 19. Jahrhunderts erleichtern zunehmend die Arbeit. 1854-56 berichtet die Handelskammer zu Solingen von etwa 60-70 Mitarbeitern.

 

Johann Isaak Tillmanns hat 5 Kinder: Johann, Abraham, Wilhelmine, Amalia, Issak und Jacob. Die drei Söhne absolvieren im väterlichen Betrieb ihre Lehre.

Der Tillmann’sche Manufakturbetrieb kann ab Mitte der 1850er Jahre den Druck der Konkurrenz nicht mehr standhalten. Andere Hersteller nutzen längst die Wasserkraft und 1857 kommt bereits die erste Dampfmaschine zum Einsatz. Johann Issak erkennt, dass er seinen Betrieb dringend modernisieren muss, um wieder konkurrenzfähig zu werden. Der inzwischen 60jährige überlässt diese Aufgabe seinen drei Söhnen und überträgt ihnen noch im gleichen Jahr sein Unternehmen.

 

Sein ältester Sohn Johann Abraham Tillmanns (geb. 1824) ist dabei die treibende Kraft. Er will den Schritt zu einer moderneren Fabrik wagen, doch fehlt ihm das nötige Kapital für die Anschaffung einer Dampfmaschine. Deshalb setzt er auf Wasser als günstige Energiequelle und jetzt erweist sich Amalias Hochzeit als ausschlaggebend, da ihr Mann Wilhelm die Pohligsmühle in Biesenbach betreibt. Die Tillmanns ziehen mitsamt Belegschaft zum Schwager und nehmen dort 1858 die Produktion auf. Schnell ist klar, dass die Wasserkraft nicht für beide Betriebe ausreicht und so beschließen sie den Bau einer neuen Anlage im Zusammenfluss von Öl- und Wiembach. 1860 wird in Neu-Cronenberg der Betrieb aufgenommen. Es entstehen auf dem Gelände mehrere ansehnliche Fabrikgebäude und 1870 kann endlich die lang ersehnte Dampfmaschine erworben werden. 1883 wird eine eigene Haltestelle an der Zugstrecke von Wermelskirchen nach Opladen genehmigt. Als Verbindung zur Fabrik im „Tillmanns Loch“ wird eine Seilbahn errichtet. Die Seilbahn wird später durch eine modernere Schleppbahn ersetzt.

 

Mitte des 19.Jahrhunderts ist Russland noch ein reiner Agrarstaat, der für seine Industrialisierung dringend auf Importe angewiesen ist. Johann Abraham nutzt diese Gelegenheit und schickt 1869 seinen ältesten Sohn Ewald nach St. Petersburg, wo dieser ein Handelshaus gründet, über das die Neucronenberger Güter vertrieben werden. 1872 übernimmt Johann Abraham die alleinige Geschäftsführung der Firma I.I. Tillmanns in Neucronenberg. 1878 geht Sohn Lebrecht nach Moskau und gründet dort ebenfalls ein Handelshaus. Im gleichen Jahr wird unter der Leitung von Sohn Richard in Kaunas in Litauen eine zweite Fabrik errichtet, die zu besten Zeiten über 2000 Mitarbeiter beschäftigt.

 

Die Tillmann‘schen Unternehmungen befinden sich Anfang des 20. Jahrhunderts auf dem Zenit. Ihre Erfolgsgeschichte wird durch den ersten Weltkrieg nur flüchtig unterbrochen. 1929 läutet jedoch die Weltwirtschaftskrise den Untergang der Schraubendynastie ein. 1930 muss das Stammwerk in Neucronenberg schließen und die meisten Mitarbeiter entlassen. Kurze Zeit später führte der 2. Weltkrieg zum Verlust aller Firmen in Russland und Litauen. Die Tillmanns ziehen sich aus der Produktion von Kleineisenteilen zurück und widmen sich fortan insbesondere dem Großhandel von Bedarfsgegenständen aus Stahl.

Kulturelles Erbe

 

Hugo Tillmanns

 

Hugo Tillmanns (geb. 1867) zweitjüngster Sohn Johann Abrahams wird 1893 Gesellschafter der Schraubenfabrik in Neucronenberg und leitet gemeinsam mit seinem Bruder Max die am Rhein zurück, wo er bis zu seinem Tod ein Weingut betreibt.

 

1898 lässt Hugo sich auf der Anhöhe oberhalb des Fabrikgeländes eine äußerst mondäne Villa bauen, die er 1906 um einen repräsentativen Anbau erweitern lässt. Die Villa, ein zweigeschossiger Putzbau mit Walmdach, stellt vom Bautyp her eine Rarität für diese Region dar. Das Gebäude ist im Stil des Historismus gehalten und verfügt über die für diese Zeit typischen Elemente aus Romantik und Renaissance. Um die Villa lässt Hugo einen weitläufigen Landschaftspark im englischen Stil anlegen.

 

1987 wird die Villa unter Denkmalschutz gestellt. Von besonderem historischem Wert sind die reichen Stuckaturen der Fassade, die Schmuckformen an den Türen und Treppen, sowie die Glasmalereien und Marmorböden im Eingangsbereich. Vereinzelt erhaltene Stuckdecken und keramische Materialien lassen die ursprüngliche imposante Ausstattung der Villa erkennen.

 

Wirtschaftlicher Erfolg zeugt in den Augen der Tillmanns von der Gnade Gottes. Sie investieren ihre Gewinne primär in das Wachstum des Unternehmens. Zusätzliche Überschüsse werden häufig ins Gemeindewesen, vor allem aber in Bildung investiert, da die Tillmanns der Auffassung sind, dass sie eine essenzielle Grundlage für ein gottgefälliges Leben darstellt.

 

Johann Abrahams Frau Johanna Wilhelmine Tillmanns (geb. 1825), ist die gute Seele des Unternehmens. Sie behandelt alle Mitarbeiter wie Familienmitglieder und so wird auf ihr Betreiben hin Anfang der 1870er Jahre im Stammhaus eine eigene Fabrikschule eingerichtet, denn ein jeder in der Gemeinde soll rechnen, schreiben und (die Bibel) lesen können.

 

Die Geschichte der Firma I.I. Tillmanns spielt für die frühe industrielle Entwicklung von Lützenkirchen und Bergisch Neukirchen eine herausragende Rolle. Zu Beginn ist sie der einzige, später mit über 600 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber der Gegend und ein wichtiger Faktor bei der Entstehung des Industriestandorts Leverkusen. Das Gelände, wo früher die Fabrik gestanden hat, wurde 1978 von der Stadt Leverkusen erworben. Die Tillmanns engagieren sich außerdem im Lützenkirchener Gemeinderat sowie als Gründungsmitglied für verschiedene Vereinigungen, wie die freiwillige Feuerwehr und den Sportverein in Bergisch Neukirchen. So trägt die Familie Tillmanns über 60 Jahre hinweg aktiv zum wirtschaftlichen und kulturellen Leben der Stadt Leverkusen bei.

 

Das Haus in Erbach, das Hugo Tillmanns bis zu seinem Tod als Weingut betrieben hat, ist das heutige Hotel Tillmanns.

 

In den Jahren 1975-1977 wurde das historische Haupthaus von dem Enkel Hugo Tillmanns zu einem Hotel mit sechs Doppelzimmern und einem Restaurant umgebaut und unter dem Namen Hotel-Restaurant Tillmanns Erben betrieben.

 

1986 entstand dann das Nebengebäude mit acht Doppelzimmern.

1995 übernahm Marc Tillmanns die Leitung…

 

und führte es als Hotel Tillmanns Garni bis ins Jahr 2014. In dieser Zeit erfolgte unter seiner Leitung die vollständige Renovierung und Sanierung der Gebäude, verbunden mit einer kompletten Umgestaltung der Zimmer und des Gastraumes.

 

Sieben Jahre war dann das Hotel verpachtet und seit dem 01.01.2021 wieder familiengeführt unter der erneuten Leitung durch

 

Marc Tillmanns.

 

Aktuell verfügt das Hotel über 19 Zimmer, 2 Tagungsräume, ein wundschönes Kaminzimmer mit stuckverzierten Decken und Wänden, sowie eine 9000qm parkähnliche Gartenanlage.

ADRESSE


Michael Tillmanns

Hauptstraße 2

65346 Eltville – Erbach

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